Bildung

Die digitale Transformation erzeugt in Wissenschaft und Wirtschaft derzeit eine hohe Dynamik und einen enormen Veränderungsdruck. Folglich stellt sich die Frage, in wie weit sich auch die schulische Bildung grundlegend verändern muss. Die Erkenntnis, dass es bei Bildung in der digitalen Transformation nicht alleine um den häufigeren Einsatz digitaler Geräte im Unterricht geht, hat sich vielfach bereits durchgesetzt. Die wesentlichen Aspekte einer erfolgreichen Bildung im digitalen Zeitalter stehen aber noch zu selten im Fokus der Diskussion: Im Zuge der Digitalisierung der Arbeits- und Lebenswelt werden wir junge Menschen stärker eigenverantwortlich, viel interdisziplinärer, vernetzter und kooperativer arbeiten. In der Folge müssen sich auch ein anderes Verständnis von Lernen und Lehren sowie neue agile und informatorische Arbeits- und Denkweisen an Schulen, bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern durchsetzen.
Für die Transformation im Bildungssystem sind Offenheit, Wille zur Veränderung und ein nachhaltiger Bewusstseinswandel aller Akteure notwendig.Das heißt, wer sich in einer digitalen Welt zurecht finden will, braucht digitale Bildung. Doch die Technik an unseren Schulen ist veraltet. In den Schulhöfen dominieren Smartphones. In den Klassenräumen herrscht aber noch Kreidezeit.
Wäre es nicht viel besser, im Unterricht Smartphones, Tablets und interaktive Whiteboards zu nutzen? Mit Geocaching die Umgebung zu erkunden und so Natur und Technik zu verbinden? Sich mit anderen Klassen weltweit zu vernetzen?
Der Zukauf von Tablets und Whiteboards oder die Einrichtung schnellerer Internetverbindungen allein sind noch keine Erfolgsgarant, für das Gelingen der „Bildung in der digitalen Transformation“. Vielmehr müsse man einen Bewusstseinswandel in den Köpfen der Beteiligten erreichen.

Digitalisierung

Die Digitalisierung ist die bahnbrechendste Veränderung unseres Lebens seit dem Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaf. Die zunehmende internationale Arbeitsteilung geht damit einher, dass herkömmliche Formen einfacher Arbeit in andere Länder ausgelagert werden. Durch den technischen Fortschritt werden immer mehr Arbeitsschritte von Maschinen übernommen. Die Wissensarbeit wird neben der industriellen Wertschöpfung und der Dienstleistung insbesondere in Bayern und Deutschland zunehmend zur relevanten Form der tagtäglichen Arbeit.

Auf die Beschäftigten kommen in diesem Zusammenhang neue Anforderungen zu: Hohe Selbständigkeit, eigenverantwortliches Arbeiten und Flexibilität sind einige Merkmale, die einen immer größeren Stellenwert bei den Anforderungen an die Beschäftigten einnehmen. Dieser Prozess des wirtschaftlichen Strukturwandels wird begleitet von einer intensiven technischen und ökonomischen Rationalisierung, die eine zunehmende Flexibilisierung und eine Umgestaltung der Arbeitsplätze mit sich bringt.

Die größte Bedrohung in Zeiten des digitalen Wandels ist nicht der Wandel selbst, es ist das Handeln mit der Logik von gestern. Die Zeit für Reform ist jetzt! Denken wir neu!

Integration

Die aktuellen Asylverfahren und der Umgang mit den Auszubildenden und Schüler*innen beruht nicht auf einer individuellen Beurteilung der Asylsuchenden und lässt die schulischen Einrichtungen und Leistungen außen vor. Jeder Auszubildende und Schüler*in soll das Recht auf eine individuelle Beurteilung seines Gesuches haben. Eine Einbindung der Verantwortlichen, wie Schulen und Arbeitgebern, ist dabei unserer Meinung nach unerlässlich. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren bei der Integration von geflüchteten Auszubildenden und Schüler*innen sind der Zugang zum Bildungssystem und dem Arbeitsmarkt. “Es gibt meiner Meinung nach keinen schnelleren Weg der Integration als den der gemeinsamen Arbeit.” (Marco Preißinger)
Um ausbildungswilligen und -fähigen Asylbewerbern und Geduldeten mit hoher Bleibeperspektive eine effiziente Integration in den Ausbildungsmarkt zu ermöglichen, ist die schnelle und umfassende Öffnung der assistierten Ausbildung und anderer ausbildungsbegleitender Hilfen notwendig und richtig. Diese Angebote müssen allen Bewerbern mit Fluchthintergrund zur Verfügung stehen, die einen Ausbildungsvertrag abgeschlossen haben. Um den sprachlichen Anforderungen der spezifischen Zielgruppe gerecht zu werden, müssen die Berufsschulen mit noch mehr qualifiziertem Personal ausgestattet werden, generell weitere Ressourcen für die Sprachförderung bereitgestellt. Arbeitgeber müssen verstärkt über die Chancen der Anerkennung für ihre Betriebe informiert werden.

Sozial

In Deutschland entscheidet die sozioökonomische Herkunft in hohem Maße über die Bildungschancen jedes Einzelnen. Der soziale Status des Elternhauses beeinflusst maßgeblich, welchen Bildungsweg die Kinder einschlagen. Dies ist aus individueller Sicht, aber auch aus gesellschaftlicher Perspektive nicht hinnehmbar.
Ein weiteres wichtiges Element für mehr Partizipationsgerechtigkeit ist die Teilzeitausbildung. Sie eröffnet Menschen eine Chance auf Ausbildung, die aufgrund familiärer Verpflichtungen oder gesundheitlicher Einschränkungen eine reguläre Ausbildung in Vollzeit nicht durchlaufen können. Die Notwendigkeit oder der Wunsch nach Teilzeit können sowohl bereits bei Ausbildungsbeginn als auch im Laufe der Ausbildung entstehen. Mit diesem Instrument kann vor allem das Potenzial junger Eltern für den Ausbildungsmarkt erschlossen werden. Um hier noch weitere Potenziale nutzen zu können, muss die Teilzeitausbildung für weitere Zielgruppen geöffnet werden.